Kein Stress am Putzplatz

 

Du hast ein Pferd, was beim Putzen zum Zappelphilipp wird?

 

Oder Du hättest gerne ein Pferd was man nicht einmal anbinden muss?

 

Hier erhältst Du meine besten Tipps zum stillstehen beim Putzen!

 

Zuerst einmal sollte Dein Pferd das Putzen als etwas angenehmes empfinden. Das Putzen kann gut zum Beziehungsaufbau genutzt werden, etwa Durch eine wohltuende Massage und Streicheleinheiten, als auch das Berühren von Stellen, die dem Pferd erstmal unangenehm sind (z.B. am Kopf oder unterm Bauch). Denn Putzen stärkt nicht nur das Vertrauen, sondern kann auch helfen den respektvollen und höflichen Umgang zu fördern. Das geschieht, in dem man auch beim Putzen klare Regeln etabliert, wie z.B.: „Mein Pferd steht still beim Putzen“

Wie gehe ich vor?

 

  1. Fühlt sich Mein Pferd am Putzplatz wohl?

 

Frage Dich, ob Dein Pferd sich dort wo es geputzt wird auch wohl fühlt. 

Bedenke das Bedürfnis Deines Pferdes nach Sicherheit. 

Wenn es das Gefühl hat in der Nähe des Putzplatzes lauern Gefahren, ob in Form von Schubkarren, gruseligen Planen oder lauten Treckern, dann wird Dein Pferd höchstwahrscheinlich nicht brav stehen bleiben und das Putzen als etwas positives und entspannendes genießen können.

Manchmal ist auch nur die Richtung in die Dein Pferd schaut, wenn es angebunden ist ungünstig. Viele Anbindebalken sind so aufgestellt, dass das Pferd gegen die Wand schauen muss und so seine Umgebung nicht überschauen kann. Das ist für ein Pferd aber überlebenswichtig, denn sein Instinkt sagt ihm, dass sich von hinten unbemerkt Fressfeinde nähern könnten. Häufig reicht es schon Dein Pferd sich einfach umdrehen zu lassen, sodass es die Umgebung im Blick hat. 

Wenn Dein Pferd den Putzplatz noch nicht gut kennt, behalte es erstmal am Strick und lass es die Umgebung erkunden und stelle Dich mit ihm an den Putzplatz und warte bis es sich beruhigt. Wenn es kurz ruhig steht kannst Du das belohnen, indem Du den Putzplatz verlässt und z.B. grasen gehst oder es wieder auf den Paddock stellst wo es sich wohlfühlt.

 

 

2. Ist Mein Pferd Mental und Emotional in der Lage ruhig zu stehen?

 

Wenn Du Dir sicher bist, dass Dein Pferd sich am Putzplatz wohl fühlt, ist der nächste Schritt sich zu fragen, ob Dein Pferd überhaupt in der Stimmung und in der Lage ist ruhig zu stehen.

Besonders junge Pferde, haben häufig viel Energie und wollen toben und spielen. Wenn wir sie von der Weide holen, möchten sie die Welt erkunden und sich bewegen. 

Probiere mal die Reihenfolge zu verändern und erst mit Deinem Pferd am Boden zu spielen, bevor Du zum Putzplatz gehst. 

 

3. Empfindet Mein Pferd das Putzen als angenehm?

 

Allgemein geht jeder davon aus, dass ein Pferd gerne geputzt wird. Manchmal ist das allerdings nicht der Fall und Dein Pferd empfindet das Putzen eher als langweilig, störend, unangenehm, oder sogar beängstigend.

Beobachte mal genau, wie sich Dein Pferd beim Putzen verhält. Sind ihm bestimmte Stellen angenehm und andere nicht? Mag es vielleicht eine Bürste sehr gerne und eine andere nicht?

Versuche die Signale Deines Pferdes zu deuten und ihm das Putzen bewusst angenehm zu machen und finde heraus welche Lieblingsstellen es hat. 

Wenn Dein Pferd beim Putzen Unmut zeigt oder bestimmte Stellen unangenehm findet, gehe langsam und behutsam mit ihm um. Taste Dich in der Nähe einer „No Go“ Stelle langsam vor und verweile dort wo Dein Pferd anfängt zu zeigen, dass es unangenehm wird. Gehe nicht weiter! Warte bis Dein Pferd sich entspannt, ziehe dann die Hand ganz zurück und kraule eine Stelle die es mag. So kannst Du Dein Pferd langsam an das Putzen an empfindlichen Stellen wie Ohren, Kopf, Bauch, Hinterbeine etc. gewöhnen.

Du kannst auch eine Bürste und den Hufkratzer mitnehmen und nach dem Dein Pferd sich ausgetobt hat und entspannt neben Dir steht, beginnen auf dem Platz das Bürsten üben. Hier kannst Du Dir den Strick um den Arm legen, so dass Dein Pferd wenn ihm etwas unangenehm ist nicht angebunden ist, sondern einige Kreise um Dich herum gehen kann. So bald es ruhig steht, ziehst Du Dich zurück, gibst ihm eine Pause und startest erneut.

 

4. Wie steht Mein Pferd jetzt still?

 

Wenn Du die vorherigen Punkte alle mit Ja beantworten kannst, dann kannst Du beginnen das Stillstehen zu üben. 

Zuerst musst Du Dir darüber klar werden in welchem Bereich Dein Pferd stehen soll. Ich empfehle ihm einen kleinen Spielraum zu erlauben. Ihm gar nicht zu erlauben sich zu rühren, wird schwer und nicht unbedingt praktikabel. 

Ich lege bei Diamond den Strick auf den Boden mit dem Kommando „Ho“.

Erstmal würde ich nur das Stehen üben, ohne überhaupt zu Putzen. Das heißt, nachdem Du das Kommando gegeben hast bleibst Du ruhig stehen. Wenn Dein Pferd ebenfalls stehen bleibt lobst Du es mit Deiner Stimme und Streicheln. Wenn Dein Pferd einen Schritt von dem „Stehbereich“ weg macht, korrigierst Du es wort- und emotionslos. Dafür nimmst Du es am Strick und stellst es bestimmt wieder an die ursprüngliche Stelle zurück. Nun gibst Du erneut das Kommando „Ho“ und lässt den Strick wieder zu Boden fallen. Genau dieses Schema wiederholst Du immer wenn Dein Pferd seinen Platz verlässt. 

Ich weiß, am Anfang kann das bei einem Pferd was sich immer wieder bewegt sehr frustrierend sein. Aber glaube mir, mit der Routine kommt auch die Ruhe und Dein Pferd wird lernen, das in diesem Moment Stillstehen angesagt ist. Wichtig ist am Anfang nicht zu viel zu erwarten und die Trainingssequenzen kurz zu halten. 

Wenn Dein Pferd ein bis zwei Minuten stillsteht, ohne seinen Platz zu verlassen, kannst Du beginnen nebenbei zu Putzen. Natürlich wirst Du weiterhin sofort korrigieren, falls Dein Pferd einen Schritt macht. 

Je nach Pferdetyp kann man nach längeren Phasen des braven Stillstehens auch mit einem Leckerli belohnen, allerdings nur wenn Dein Pferd nicht zu gierig wird und dann danach nicht abgelenkt ist.

 

Ich hoffe dieser kurze Artikel konnte Dir ein Paar neue Ideen gegeben. Viel Spaß beim Kraulen und Putzen Deines Pferdes!

 

Liebe Grüße

 

Deine Nina

 

 

Team Diamond

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Kommentare: 1
  • #1

    Dora Maischner (Montag, 04 Januar 2021 17:46)

    Liebe Nina,
    ich finde Deinen Artikel recht hilfreich. Meine junge Connemarastute ließ sich plötzlich nicht mehr gerne Putzen und ich habe zunächst versucht das mit Zwang hin zu bekommen; denke aber dass das nicht der richtige Weg ist. Sie soll das Putzen ja genießen und bevor sie in die Pubertät kam war das ja auch so. Was meinst Du mit verweilen an der Stelle? Recht es die Bürste an der kritischen Stelle zu halten oder muss ich die Bürste weiter bewegen - das ist dann zum Treffen der kritischen Stelle was schwierig wenn das Pferd sich bewegt : D.
    Liebe Grüße
    Dora