Übergangszeit - Decke aus oder an?

 

Jedes Jahr im Frühjahr stellen wir uns die alltägliche Frage: Decke aus oder an?

 

Im März/April gibt es die ersten warmen Tage und die Pferde fangen an unter ihren Decken zu schwitzen. Wichtig ist es jetzt die richtige Decke zu verwenden und das Ein-und Ausdecken gut zu organisieren, um Erkältungen, starkes Schwitzen oder Frieren des Pferdes zu vermeiden.

 

Zuerst einmal, ist diese Thematik nur relevant, wenn das Pferd den Winter über eine Decke getragen hat. Pferde die ohne Decke über den Winter kommen, kommen auch im Frühjahr gut mit den Temperaturschwankungen klar. Ihr Körper kann die Temperatur durch geschickte Stoffwechsel und Kreislauf Anpassungen selbst regulieren.

 

Falls Dein Pferd jedoch den Winter über eingedeckt war, ist es wichtig es nun in der Übergangszeit richtig zu unterstützen und langsam von der Decke zu entwöhnen.

Hier gilt es zwischen Boxen und Offenstallhaltung zu unterscheiden. Pferde die nur bei schönem Wetter auf den Paddock kommen brauchen weniger Schutz als Pferde, die bei Sturm und Regen draußen sind und nicht immer ausreichend durch einen Unterstand geschützt sind. 

Im folgenden geht es hauptsächlich um ein Pferd in Offenstallhaltung wie bei meinem Pferd Diamond.

 

Nachts eindecken, morgens wieder aus?

 

Die erste Frage ist, ab welchen Temperaturen ich mein Pferd von einer gefütterten Winterdecke auf eine ungefütterte bzw. nur mit Fleece gefütterte Paddock/Regendecke umstelle.

Pferde empfinden Temperatur anders als wir Menschen, sie haben ihre Wohlfühltemperatur zwischen 5-15 Grad Celsius.

Wenn die Temperaturen nachts über dem Nullpunkt bleiben bzw. tagsüber die 10 Grad Marke übersteigen, wechsele ich zu einer mit Fleece gefütterten Regendecke. Sie schützt mein Pferd weiterhin vor garstigem Wind und Regen und hat gleichzeitig eine leichte Abschwitzfunktion, falls die Tage wärmer werden.

Trotzdem ist es sehr wichtig das Pferd rechtzeitig auszudecken, wenn die Temperaturen stärker steigen bzw. die Sonne kräftig scheint. Hier gilt es ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann die Decke ausgezogen werden sollte. 

  • 12 Grad und starker Sonnenschein können schon zu warm für eine Decke sein
  • wobei 15 Grad, Regen und Wind auch noch sehr garstig sein können und die Decke lieber drauf bleiben sollte

 

Das Pferd sollte weder auskühlen noch schwitzen. 

Bei uns am Stall sprechen wir uns immer so ab, dass bei Bedarf jemand morgens die Pferde ausdeckt und abends dann wieder rechtzeitig eingedeckt wird. Das A und O ist hier gute und frühzeitige Organisation. Spätestens abends am Stall überprüfe ich die Wettervorhersage für die Nacht und den nächsten Tag. 

Solange es nachts unter 10 Grad hat, decke ich mein Pferd mit einer ungefütterten Decke ein. Das gilt für alle Temperaturen zwischen 0-10 Grad. 

Für den nächsten Tag organisiere ich dann, dass mein Pferd zur passenden Zeit ausgedeckt wird, sodass es sich langsam von der Decke entwöhnen kann ohne zu überhitzen oder zu frieren.

Wie Du merkst ist das Ein- und Ausdecken im Frühling keine genaue Wissenschaft. Es geht viel mehr darum Dein Pferd genau zu beobachten und immer rechtzeitig über Temperaturschwankungen und Wetterwechsel informiert zu sein, sodass dein Pferd nicht bei einem plötzlichen Hagelsturm und Temperaturabstieg ohne Decke auf dem Paddock steht.

Das kann schnell in einer Erkältung enden, die typisch für das Frühjahr ist, also ist Vorsicht geboten.

 

Welche Decke?

 

Bei der Vielzahl an Deckenherstellern und verschiedenen Decken auf dem Markt, ist es schwierig pauschale Aussagen zu treffen welche Decke genau die Beste ist.

Ich habe für Diamond zwei Winterdecken und eine Regendecke (bzw. zwei zum wechseln) womit ich sehr gut klarkomme. 

Die Winterdecken sind einmal eine 150g Decke für den „normalen“ Winter mit Temperaturen um den Nullpunkt und eine 200g Decke für die wenigen ganz kalten Tage oder Wochen im Jahr.

Meine Regendecke ist mit Fleece gefüttert und hat dadurch eine Abschwitzfunktion. Das ist besonders an warmen Tagen praktisch, wenn dem Pferd etwas warm wird und es unter der Decke leicht schwitzt. Die Fleece-Fütterung nimmt die Feuchtigkeit gut auf und transportiert sie dann langsam nach draußen. Trotzdem ersetzt diese Funktion nicht das unbedingt erforderliche ausdecken des Pferdes bei sehr warmen Temperaturen oder Sonneneinstrahlung! 

 

Ich hoffe ich konnte Dich noch einmal auf das Thema aufmerksam machen und Dich dazu anregen gerade jetzt in der Übergangszeit sehr gut auf Dein Pferd und sein Wohlbefinden zu achten.

In der freien Natur brauchen Pferde keine Decken, sondern regulieren ihre Temperatur ganz alleine. Durch verschiedene Züchtungen oder Umstände wie Haltung oder Scheren, haben unsere domestizierten Pferde teilweise besondere Bedürfnisse und müssen eingedeckt werden. Wir müssen uns bewusst machen, dass durch eine Decke die natürliche Klimaregulierung des Pferdes nicht mehr richtig funktionieren kann. Wenn wir uns dafür entschieden haben, dass unser Pferd eine Decke braucht, sind wir dafür verantwortlich unser Pferd mit der richtigen Decke zum richtigen Zeitpunkt zu versorgen und seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zu gewährleisten.

 

Sorge gut für Dein Pferd, denn es ist Dein Partner.

 

 

Deine Nina